Schüleraustausch
Seit Jahren gibt es steigende Austauschschülerzahlen. Viele Schüler versuchen heute, als Krönung der regulären Schullaufbahn, ein Jahr im Ausland zu verbringen und auch dort die jeweils Landes- und alterstypischen Bildungseinrichtungen zu besuchen. Wo immer Eltern dazu in der Lage sind, diesem Wunsch ihres Kindes finanziell zu entsprechen, ist das eine gute Möglichkeit, vor dem Wechsel in die gymnasiale Oberstufe oder vor dem Einstieg in ein Studium, fremde Länder und Menschen kennenzulernen.
Auch der Aspekt der persönlichen Selbstständigkeit steht bei der Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt durchaus im Vordergrund. Die Vorteile eines Schüleraustausches beziehen sich zwar nicht ausschließlich auf die Fähigkeit, in einer fremden Sprache kommunizieren zu lernen und die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern oder zu festigen, einen Pluspunkt für den Schüleraustausch bilden sie aber schon.
Noch vor wenigen Jahren kam es selten vor, dass Eltern ihre Kinder für einen großen Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Monaten in ein anderes Land reisen ließen. Heute jedoch sind allein aus Deutschland im Schnitt 20.000 Teenager jährlich in der Fremde unterwegs. Ein besonders hoher Prozentsatz stammt dabei aus Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland.
Junge Menschen erweitern auf diese Weise ihren Erfahrungshorizont und üben sich in der Völkerverständigung. Dabei bleiben die gewonnenen Kontakte zu den Gastfamilien häufig noch lange über den Besuch hinaus bestehen, sofern der Gast sich dort gut aufgehoben fühlte. Doch wie fällt man eine Entscheidung, wie lange man ins Ausland gehen soll, ohne im eigenen Land den Bildungsanschluss zu verpassen oder auf welche Weise lässt sich herausfinden, welches Reiseziel die passenden Optionen anzubieten hat? Die Wahl des Standortes hängt zwar zunächst auch von Kostenfaktoren ab, doch es gibt weitere Aspekte, die für oder gegen ein gewünschtes Ziel sprechen. Eltern und Schüler müssen sich daher genau informieren, bevor sie eine endgültige Entscheidung fällen. Zudem sollte man verschiedene Anbieter vergleichen, denn jede Organisation hat ihren eigenen strukturellen Aufbau und stellt bestimmte Anforderungen an die Kandidaten. Dazu gehören oft auch gute Schulnoten. Schüler mit Mängeln und Lücken in der jeweiligen Landessprache müssen also zuvor ihr Manko beheben, damit es auf große Fahrt gehen kann.
Eltern sollten sich mit dem Gedanken anfreunden, dass der Kontakt zum eigenen Kind möglichst gering gehalten werden sollte. Elterliche Besuche im Gastland werden nur selten gerne gesehen und erleichtern den Schülern den Aufenthalt nicht. Schließlich soll die Gastfamilie einen familiären Status annehmen und das gelingt schneller und nachhaltiger, wenn die Eltern bereit sind, das Kind dort frei und ohne Belastungen durch etwaiges Heimweh verweilen zu lassen.