Schüleraustausch Frankreich
Im europäischen Nachbarland Frankreich ist man nicht so weit vom eigenen Zuhause entfernt und trotzdem sind die Möglichkeiten da, in eine fremde Sprache und Gesellschaft mit ihren Vorzügen und Eigenheiten einzutauchen. In der Regel werden Aufenthalte mit einer Dauer von drei, fünf oder zehn Monaten angeboten. Es ist obligatorisch, dass die Schüler vor allem die französische Sprache am Ende perfekt beherrschen. Wer ein Angebot wählt, dass mit einem kurzen Orientierungscamp oder einem mehrtägigen Vorbereitungscamp in Frankreichs Hauptstadt Paris beginnt, der kann sicher sein, auch vom Hauptstadtflair einiges mitzubekommen, ehe es in die Aufenthaltsorte geht, die als Ziel des Auslandsaufenthaltes zugeteilt wurden. Bei fast allen Ländern kann man vorher besondere Präferenzen für einen Standort der Gastfamilie angeben, der aber nicht immer berücksichtigt werden kann.
Der Schulbesuch ist ähnlich gegliedert, wie wir es von deutschen Schulen kennen. Aufgeteilt in zwei Sekundarstufen, verbringt man in der Stufe I drei Jahre und in der Stufe II, die in den Grundzügen unserer deutschen Oberstufe entspricht, vier Jahre. Der Schüler wählt allerdings keine Leistungskurse, sondern sogenannte „Bacs“, deren Schwerpunkt in Fächern wie Mathematik, Sprachen, Literatur, Geisteswissenschaften oder Wirtschaft liegt. In diesen Bacs vereinen sich anschließend entsprechende Fächerkombinationen, die mit Neigungskursen aus den Bereichen Kunst oder Computer kombiniert werden können.
Da Frankreich zentral von Paris aus regiert wird, gehört dem Land auch die Schulhoheit und alle Beschlüsse, die Schulen betreffend, werden in Paris geregelt.
Dieses System unterscheidet das französische Schulsystem vom deutschen, denn bei uns ist Bildung Sache der Bundesländer.
Der Unterricht findet täglich im Rahmen einer Ganztagsschule statt und dauert bis maximal 18.00 Uhr. Die französische Notengebung hat mit der unsrigen nichts gemeinsam. Es gilt ein Punktesystem zwischen eins und zwanzig, die beste Note ist die zwanzig.
In Frankreich sind fast alle Eltern ganztags berufstätig und nur selten wird man eine Frau finden, die den Tag zu Hause verbringt. Auch dies ist ein Grund, warum die Ganztagsschule, die auch schon für die Kleinsten in dieser Form angeboten wird, für die französischen Familien besonders wichtig ist. Gegessen wird am Mittag gemeinsam in der Kantine der Schule. Jüngere Kinder, die noch nicht die Sekundarstufe II besuchen, haben allerdings nur bis etwa 16.00 Uhr Unterricht. Das bedeutet aber nicht, dass in Frankreich nicht noch zusätzliche Hausaufgaben anfallen.